Lieferengpässe bei Medikamenten sind die Ausnahme

Das Medikamente nicht lieferbar sind, also Lieferengpässe vorliegen, ist in Rheine und Deutschland eher selten. In den allermeisten Fällen können unsere Kunden ihre Rezepte problemlos bei uns einlösen oder sich mit den gewünschten rezeptfreien Medikamenten versorgen. Allein im Lager der EinSteinApotheke lagern circa 10.000 verschiedene Arzneimittel. Diese Medikamente können direkt mitgenommen werden. Falls wir etwas bestellen müssen, werden die Medikamente meist noch am selben Tag mit unserem Apotheken Bringdienst zu ihnen nach Hause geliefert.

Was ist ein Lieferengpass genau?

Ab und zu können Hersteller Medikamente nicht liefern. Tritt ein solcher Lieferengpass ein, dann können Apotheken deutschlandweit sie nicht mehr nachbestellen. Solche Lieferengpässe betreffen nicht nur die EinSteinApotheke in Rheine, sondern Apotheken deutschlandweit. Patienten haben dann nur die Möglichkeit, bei einzelnen Apotheken nach Restbeständen zu fragen oder auf eine Alternative eines anderen Herstellers zurück zu greifen. Insgesamt haben wir den Eindruck, dass die Zahl der Lieferengpässe in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Meistens schaffen wir es jedoch durch unseren Einsatz für unsere Kunden dennoch eine Versorgung sicherzustellen.

Medikament nicht lieferbar – warum??

Trotz unserer Bemühungen sind Lieferengpässe manchmal nicht abzuwenden. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Neben ökonomisch bedingten Lieferengpässen wie Preis- und Kostendruck zwischen den Herstellern sind sie teilweise auch einer saisonal hohen Nachfrage geschuldet. Nicht zuletzt brauchen auch die Medikamentenhersteller Rohstoffe, die wiederrum auf dem Weltmarkt verfügbar sein müssen. Zudem werden mittlerweile durch die oftmals vergleichsweise niedrigen Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel in Deutschland Medikamente in andere EU-Länder exportiert.
Ein Beispiel:
Kostet durch die Verhandlungen der Krankenkassen mit den Herstellern ein Medikament in Deutschland beispielsweise 150€ und in einem anderen EU-Land 200€, dann kaufen Arzneimittel Importeure aus dem teuren EU-Land die Medikamente in Deutschland günstig ein und exportieren sie in das teure EU-Land. Diese Ware fehlt dann in Deutschland, da dieser Export natürlich nicht in der Berechnung des Versorgungsbedarfs für Patienten in Deutschland berücksichtigt wird.

Beispiel Ibuprofen

Bei Ibuprofen ist beispielsweise die gestiegene weltweite Nachfrage Ursache des Lieferengpasses. Es gibt nur sechs Hersteller weltweit, die ohnehin die gestiegene Nachfrage kaum decken können. Durch den Ausfall einer Produktionsanlage fehlen nun knapp 20{ebd7a8c56860991cb1f2d496b5a2dbc5dc605e7fc40d64d37f550d491a970e78} der Weltproduktion. Es wird zwar mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet – aber selbst wenn die Produktion Ende des Jahres wieder laufen sollte, muss der Herstellungsprozess erst wieder überprüft und freigegeben werden. Erst dann können die ersten Chargen freigegeben werden. Eventuell müssen danach die Tablettenhersteller Ihre Prozesse anpassen und auch wieder überprüfen. Das liegt daran dass die neu hergestellten Ibuprofen-Kristalle etwas andere physikalische Eigenschaften haben können und damit anders zu verarbeiten sind. Somit kann es also noch ein paar Monate dauern, bis die Ware dann tatsächlich auch im Regal liegt. Übrigens: 2021 soll eine neue, zusätzliche Produktionsanlage in Ludwigshafen in Betrieb gehen.

Entwarnung: Lieferengpass heißt noch lange nicht Versorgungsengpass

Dennoch brauchen sich Patienten nicht allzu große Sorgen zu machen: Nicht jeder Lieferengpass bedeutet einen Versorgungsengpass für Patienten. Meist ist ein alternativer Hersteller verfügbar oder man muss die Tabletten teilen, um auf die benötigte Dosis zu kommen. Zu weiteren Versorgungsmöglichkeiten bieten wir natürlich unsere kompetente Hilfe an. In seltenen Fällen muss der Patient von seinem Arzt auf ein anderes Mittel umgestellt werden.